Abschlussbericht Mission Fasar



Transcript des mündlichen Einsatzberichtes Agent Scorpio, Einsatzgruppe Bor I.
Beinhaltet die Vorfälle vom Hesinde 1018 BF bis Peraine 1018 BF.

Anmerkung:
Der Scriptor nahm wie üblich an einem öffentlichen Ort Kontakt auf und identifizierte sich. Ebenso wie üblich begab er sich mit Scorpio in ein privates Zimmer. Wie üblich ist der Scriptor nicht in der Lage Auskunft darüber zu geben an welchem Orte oder wie Lange das Treffen gedauert hat. Der Scriptor versteht die Notwendigkeit zur Geheimhaltung der Identität Scorpios, bittet aber das Procedere der Berichterstattung zu überdenken. Der Scriptor bittet künftig nicht mehr zur Aufnahme der Berichte des Scorpio eingesetzt zu werden – aus gesundheitlichen Gründen (Siehe die ausnahmsweise eingefügten Zwischenreden des Scorpio).

„Also, wir hatten die Kerle da in Bethana erledigt. Bei dem ganzen Gewusel viel unserem Ilmin ein Fetzen angekokeltes Papier in die Hände. Viel war da nicht mehr zu erkennen. Eigentlich nur „al’ Vanish“, „Fasar“, „“..s weg..tod“ und „Matassa“.

Messerscharf schlossen wir daraus, und der Tatsache das dieser Volparano Verbindungen nach Fasar und einem Harun al Matassa gehabt hatte, das ein al’ Vanish in Fasar diesen Matassa aus dem Weg räumen, wahrscheinlich töten, wolle. Da sollte wohl ein unliebsamer Zeuge oder unsicherer Mitverschwörer beseitigten werden. Das Ideale Ziel für uns!

Da das momentan unser einziger Hinweis war wo sich noch andere dieser Borbaradchergen aufhalten könnten, sind wir also sofort los gezogen.
Über Vinsalt nach Punin – erstaunlich wie schnell man vorankommt wenn man diesen Kutschendienst für unseren Zwerg benutzt!

In Punin waren wir schon fast am weiterreisen – da kommt so’n zotteliger alter angebettelt und hängt sich an Durin fest. Kaum hat der den abgeschüttelt und ist 10 Schritt weiter, da merkt er das ihm der Geldbeutel fehlt. Wir also umgedreht und konnten den Bettler gerade noch um ‚ne Ecke biegen sehen. Wir hinterher. An der Ecke sehn wir den alten noch in einem armseligen Bau verschwinden. Durin sofort hinterher und durch die Tür gestürmt – ohne sie auf zu machen. Das erste Mal das ich ihn hab’ seinen Kopf benutzen sehen.

– Noch, Wein? –

Drinnen steht der „Bettler“ an einem Tisch und ist eben dabei sich den Dreck aus’m Gesicht zu wischen. Durin’s Beutel liegt auf dem Tisch und er begrüßt uns mit „Schließen Sie bitte die Tür hinter sich. Etwas leiser wenn’s genehm ist“. Tja, unser Bettler war unser Führungsoffizier Travin Gertenwald!

Nachdem er unseren Bericht über Bethana hatte, schloss er sich der Meinung an, das nächste interessante Ziel könne Fasar sein. Er wolle uns bis dort begleiten und dann weiter sehen.

Hmm, war das erste Mal das ich mit dem zu tun hatte. Bisher war M. I. mein Führungsofizier. Überhaupt eine komische Sache als Gruppe zu arbeiten. Bisher war ich alleine, manchmal mit ein oder zwei angeheuerten unterwegs die von nichts wussten. Muss man sich erst dran gewöhnen. Die Herren Kameraden scheinen auch noch nicht so recht zu wissen was sie von mir halten sollen. Besonderst Grünhaar guckt mich in jedem Kampf so irritiert an, als ob er auf was warten würde. Und was er mit seinem Gebrabbel von Salasandar oder so und der Verbundenheit dem Mandra und dem Nundra bedeuten soll ist mir auch noch nicht ganz klar.
Aber ich schweife ab.

Wir also weiter die Zedernstrasse entlang. Über den Pass im Rastullswall und hinab ins Mhanadistan. War bis auf die eine Horde Ferkina ziemlich ruhig. Aber Durin, Thorus und Ilmin sind doch ziemlich gute Kämpfer. Das I. und T. G. dauernd Blitz Dich Find durch die Gegend gebrüllt haben war auch hilfreich.

–    Ne, mein Byron ist friedlich, meistens. Llevandor kommt schon ziemlich gut mit ihm aus. Einfach hinter dem Ohr kraulen. Genau so. Ach wir brauchen eine neue Flasche! –

Jedenfalls wir runter ins Mhanadische. Ist einfach immer wieder ein staunenswerter Anblick. Wenn Du da die Hänge zwischen dem Wein herunter kommst. Vor Dir Hirse- und Weizenfelder, von einem kräftig strahlenden Praiosauge beglänzt! Der Gadang glitzert in der Ferne, und davor schweben auf einer Wolke die weißen und pastellfarbenen Türmchen und Turmspitzen Fasars! Davor, daneben und dahinter breiten sich die Zeltstädte der Novalis aus, oder Herden von Gadangbullen grasen auf den grüngelben Weiden!

Mich erfasst dann immer wieder ein Staunen und mein Herz fängst klopfen an!

- Hm? Ja, ich war schon das ein oder andere Mal da. DAS ist mal eine Stadt voll Leben! Da findest Du alles! Jede Sorte und Unsorte Mensch. Waren aller Art! Hier werden Märchen war und Tragödien sind alltäglich! Ahhh, das ist ein feines Pflaster! Ah, schon wieder eine Flasche leer. Macht nichts! Ich hab’ noch ein paar. –

Wenn Du dich der Stadt näherst, durch die Zeltdörfer durch und Du bist unversehens mittendrin! Merkt man gar nicht wo die Stadt anfängt weil’s keine Stadtmauern gibt. Du reitest über so einen staubigen Weg und stellst plötzlich Fest Du stehst vor einem Bazzar, das sind die Märkte dort.

Nun, ich hab’ uns erstmal im „Staubigen Zwerg“ einquartiert. Da kenn’ ich den Wirt. Der ist in Ordnung. Stellt keine Fragen. Kennt den ein oder Anderen und wenn man in seinem Haus keinen Ärger macht hat man ein angenehmes Plätzchen.
Hab’ auch meinen Herren Kollegen eingeschärft wie sie sich hier zu benehmen haben.
Bin dann gleich los um zu sehen ob sich vielleicht der ein oder andere Kontakt hier auffrischen ließ.
Ilmin wollte mal sehen wo die berühmte Akademie des Thomeg Atherion steht, da ist T. G. gleich mit. Durin hab’ ich das Zwergenviertel vorgeschlagen. Da war ich eh selten und ihm schien die Idee zu gefallen.
Llevandor und Thorus wollten versuchen diese Adresse vom „Harun al Matassa“ zu finden und sich dort mal umschauen.
Hab’ zwar alle noch mal gewarnt auf ihr Habseligkeiten Acht zu geben, aber am Ende war doch die ein oder andere Kleinigkeit weg. Tja – jeder Frischling in Fasar muss Lehrgeld zahlen!

- Noch Wein? Bitteschön.-

Thorus und Llevandor haben tatsächlich die genannte Adresse gefunden. Ist eine Krawanserei am Stadtrand. Haben sich dann dort eine ganze Weile herumgetrieben.
Besonders Llevandor war noch Stunden hinterher platt. Ich glaube so ein unglaubliches durcheinander an Geräuschen, Stimmen, Gerüchen hat er noch nie erlebt. Hatte abends noch ganz große Augen und meinte, er hielte den Gestank hier nicht lange aus. Auch das einige der Novadis auf ihn gezeigt haben und „Djinni“ geflüstert haben hat er nicht verstanden. Ein paar wollten sogar Wünsche von ihm erfüllt bekommen! Hat dann irgendwann genervt einige Geldstücke in die Menge geworfen und sich verdrückt.

Jedenfalls haben sie rausbekommen das dieser al Matassa seine Post hier per Dienstboten erledigen lässt.

Unsere zwei Magi haben auch ziemlich schnell die Akademie gefunden – und konnten sogar einen Blick auf den berühmten Atherion erhaschen wie er gerade heimkam – scheint doch ein recht lebenslustiger Mensch zu sein, so wie die Zwei sein Gefolge aus Damen und Musikern und so weiter beschrieben haben.

Durin ist die erste Nacht natürlich nicht wieder aufgetaucht – war mir aber schon irgendwie klar. Hat doch dieses Zwergenviertel das einzige rahjagefällige Etablissement mit Zwerginnen von dem ich je gehört habe!

Mir gelang es tatsächlich 2 Kontakte zu reaktivieren. Von drei weiteren erfuhr ich neue Adressen.
Bei dem einen erfuhr ich, dass es sich bei Harun al Matassa um einen der Erhabenen dieser Stadt handelte, jedoch wäre er eher im unteren Drittel anzusiedeln.

Von meinem Blinden Haimamud erfuhr ich, dass sich hier auch ein „Händler in vielen Dingen“ Namens Sulman al’ Venish herumtreiben soll. Stellt viele Fragen, lächelt viel, nicht zu knauserig mit den Silberlingen umspringt. Ist mal hier mal dort zu finden. Hmmm, klingt fast nach einem Kollegen?!

Auf dem Rückweg besorgte ich mir noch etwas zusätzliches Handgeld. Da es sich um einen der Erhabenen handelte, musste ich mit gehörigen Ausgaben rechnen – wie gesagt - in Fasar bekommst Du praktisch alles, aber die Kosten sind teilweise erheblich!
Hmm, ev. war hier der geeignete Ort das ein oder andere Fläschchen des Boronweines aus Bethana, das sich in mein Gepäck verirrt hatte, günstig an den Mann zu bringen!

Durin war nächsten Tags wieder da. Machte einen wesentlich entspannteren Eindruck als seither. Auch er schien von diesem unglaublichen Gebrodel dieser Stadt beeindruckt.

So gut sich das ganze hier anließ – danach kam erstmal eine Durststrecke!

- Apropos Durst, ich mach noch eine auf. Ja, Du kriegst das mit dem Geschreibsel schon hin. Bei Deiner Kurzschrift merkt das Gewackel eh keiner! Prost – auf den Baron! -

Mehrere Tage sind wir zu mehreren oder alleine durch die Stadt gestrichen. Gertenwald mischte sich sogar unter die Bettler. Hat aber gleich den ersten Wink verstanden, dass er sich einer der Gilden anzuschließen, oder Abgaben zu leisten habe – jedenfalls als er wieder wach war.

Hätte er gefragt – unser Wirt kennt da jemanden mit dem man über so was sprechen kann,
Ging dann auch alles ziemlich schnell. Und erstaunlich günstig! T. musste nur eine Grundgebühr von 7 Talern zahlen und brauchte nur 58% der Einnahmen abgeben! Dafür hatte er eine „Freikarte“ für ein Madalauf, d. h. er musste sich nicht auf einen bestimmten Teil der Stadt beschränken sondern durfte da, wo er wollte betteln. Natürlich außer an den großen Tempeln und vor den Eingansbereichen der Paläste. Das sind eifersüchtig gehütete Gebiete!

Während wir uns so akklimatisierten und rumhorchten ließen wir uns jeder noch ein schicke Ausgehklamotte machen, bzw. gebraucht gekaufte anpassen – je nach Geldbeutel. Der Ilmin scheint’s ja nicht so mit dem Geld zu haben. Hat sich beim Llevandor und dem Herrn Gertenwald Zuschuss leihen müssen.

Wie ich immer sage – wenn’s regnet hagelt's!
Hatte eben meinen dritten Kontakt wieder aufgetrieben – scheint so das ich bei meinem letzten Aufenthalt etwas arg großzügig zu ihm war. Hat sich ein nobles Geschäft für Duftwässerchen, Badezusätze, Räucherwerk und Rauchwerk für die Reichen uns Schönen dieser Stadt aufgebaut. Hat mich ganz stolz in seinem Atelier rumgeführt und mir freudestrahlend für den Zuschuss zu seinem Startkapital gedankt!
Na, ich sehe das mal als gute Investition. Der kann uns noch einiges Helfen. Der hat jetzt schon ganz ordentliche Geschäftsverbindungen nach Khunchom und in den Süden und baut weiter auf. Die Herren Kämmerer unseres Vereins können also die Ausgaben von 1009 als Investition buchen – nicht als Verlust wie ich mir mehrmals sagen lassen musste. Vielleicht wird ja auch mein persönliches Budget wieder nach oben korrigiert?

Jedenfalls hat er gleich auf al Matassa reagiert. Konnte einen Blick in sein Hauptbuch werfen während er um einen Kunden rumschlawenzelt ist, und dort die richtige Adresse dieses Herren lesen.

Hab’ ich abends stolz präsentiert – und mir anhören müssen, dass Durin und einer seiner Saufkumpanen ab nächsten Windstag bei dem Harun al Matassa Torwächter spielen darf! Er hatte sich nämlich bei den zwergischen Söldnern eingeschmeichelt und gerade an diesem Tag war einer der Angestellten erschienen und hat zwei neue gesucht. Dieser Harun schien seine Torwachen alle paar Wochen auszutauschen.

Naja, da hätten wir doch schon mal einen riesen Schritt nach vorne gemacht.

Knapp drei Tage später kommt unser Ilmin, der sich mit den Künstlern und Schauspielern und so herumgetrieben hatte an und erzählt uns brühwarm, dass er am nächsten Abend bei einer Privatvorführung im Palast eines der Erhabenen mitmachen dürfe. Jetzt rate mal wer auf der Gästeliste stand – richtig! – Freund Harun!

Llevandor hatte inzwischen Freunde beim Kortempel gefunden. Er ging da regelmäßig hin und machte Wettschießen mit! Die Korskinder hatten auch schnell raus, auf wenn sie Wetten mussten und machten jetzt einen Söldnerhaufen und Wachtrupp nach dem anderen durch.
Er hatte auch schon das ein oder andere Angebot einer Leibwache beizutreten. Seit er von mir regelmäßig mit Rosenwasser und anderen Blumendüften für sein Nasentuch versorgt wird, hat er auch kein Problem mehr mit dem Gestank. Von dem Ding hat er auch seinen Namen – „Djinni el Azila - der Rosendschinn“. Braucht man ihm ja nicht unbedingt übersetzen.

Thorus schien in PHExens Schatten zu wandeln. Sitzt in einer dieser mittelprächtigen Kneipen, lässt sich da doch tatsächlich auch noch vor Langeweile zu Würfeln überreden – und an wen verliert er die meisten Taler? Jawohl – Sulman al’ Venish! So, wie er ihn beschrieb schien das ein recht offener und herzlicher Mensch zu sein.

Herr Gertenwald ist am nächsten Abend mit Thorus in die gleiche Kneipe – und ja da war er wieder. Ist ihm dann heimlich nach Hause gefolgt. Hat so ein kleines Häuschen im äußeren Rand des Händlerviertels.
Herr Gertenwald und ich haben uns dann ein paar Tage abgewechselt und ihm beobachtet. Kommt ganz schön rum der Kleine. Verkehrt auch regelmäßig beim al Matassa – meist abends!

Durin hat ziemlich schnell mitgekriegt das dieser al Matassa ein recht finsterer geselle sein muss.
Durch Beobachten und Aushorchen hat er erfahren, dass dieser Erhabene sein Geld wohl mit allerlei dunklen Geschäften macht. Von Drogen und Sklaven war da die Rede. Er muss auch irgendwo in der Stadt ein Labor haben. Das Türmchen in dem er lebt gehört zu den kleineren der Stadt und hat nur zwei Brücken zur Nachbarschaft.

Ach so – in Fasar leben die Rechen und Erhabenen in Türmen oder abgeschlossenen Palästen. Diese Türme sind mit Brücken und überdachten Gängen untereinander verbunden. Es heißt es soll Erhabene und Haremsdamen geben, die noch nie in ihrem Leben einen Fuß auf den Boden der Stadt gesetzt haben! Je größer und mächtiger Du in Fasar bist desto größer ist Dein Turm oder Türme und desto mehr Verbindungen zu anderen großen Türmen hast Du.

Also, wir hatten hier mit einem eher kleinen Licht zu tun, das jedoch aufgrund seiner speziellen Angebote durchaus mächtige „Freunde“ hatte.

Habe dann ein wenig rumgehört und rausgefunden das sich al Matassa und al’ Venish wohl aus einem seltsamen Bund von Gelehrten kennen – „Beni al’ kitab – Söhne des Buches“.
Da wird wohl über Philosophie, Politik, Religion und Magie diskutiert.

Ilmin berichtete dann von seiner Vorführung. War ganz stolz und begeistert. Da er aber nur eine kleine Nebenrolle im ersten Aufzug hatte, hatte er reichlich Gelegenheit sich unter’s Volk zu mischen. Auf solchen Nobelfeiern wird ja viel gegessen, getrunken und geraucht – und daher auch viel geredet!
Jedenfalls konnte Ilmin dort beobachten, dass al Matassa das ein oder andere Päckchen verteilte und dafür Kleinigkeiten geschenkt bekam. Wertvolle Ringe und Armreifen, gefasste und ungefasste Steine. Auch schien er einen persönlichen Diener zu haben, der ihn überall hin begleitete – Urdo von Gisholm.

Der Namen ließ bei Herrn Gertenwald was klingeln. Der war wohl in einem älteren Bericht aufgetaucht. Da war von den berühmten DaMerinals die Rede gewesen und Mord. War wohl an der Gor. Auch scheinen zwei heute recht bekannte Magier des Reiches etwas damit zu tun gehabt zu haben. Jedenfalls haben die anderen eifrig genickt und mir dann von ihren Begegnungen mit Torben ibn Abdul, Armant Delinth, Salix Lowanger und einem Rondrageweihten erzählt.
Die scheinen auch hinter diesem Borbarad her zu sein und schon das ein oder andere Mal ordentlich Ärger gehabt zu haben, wenn das alles stimmt, was ich so erzählt bekam. Naja, ich war ja bis vor kurzem außer Landes. Da unten kriegt man recht wenig mit.

Bei einem seiner Spiele mit Sulman al’ Venish kam das Gespräch dann auch mal auf al Matassa und die Söhne des Buches. Sulman schien in manchen Dingen nicht mit diesem Harun einverstanden zu sein. Auch schloss Thorus aus ein zwei Bemerkungen, das Sulman nicht unbedingt mit Harun oder seinem Leibwächter alleine sein wollte, da diese ziemlich finster seien.

Wir hatten uns wohl in der Interpretation des bethaner Fundstückes vertan. Es schien wohl eher so, dass dieser verdächtige Harun al Matassa den Sulman al’ Venish ausschalten sollte.

Bin dann noch einige Zeit rumgestromert und habe doch zwei der drei Fläschchen für ordentliches Geld verkaufen können. In einer dieser Traumhöhlen hatte ich Riesenglück. Direkt neben mir – die Matratzen sind in der Spelunke nur mit dünne Vorhängen getrennt – plapperte eine Kundin im Traum vor sich hin. Anscheinend hat sie ihr letztes Treffen mit unserem Harun al Matassa wieder erlebt! Nachdem der Name zweimal viel, und Sätze wie, „Dämonenmeister höre uns“ und „mit diesem Opfer rufen wir Dich Balkalallatsch“ oder so ähnlich vielen, hab’ ich rübergelinst.
Die war so weggetreten, dass sie nicht mal gemerkt hat wie ich sie zu mir herumgedreht habe. Dann habe ich sie nach unserem Freund gefragt und seinem Tun.
Da bekam ich was zu hören! Diese Söhne des Buches (da waren auch drei Frauen bei) sind in Wirklichkeit ein Borbaradianer Zirkel! Die gelehrte Diskussionsrunde ist nur Tarnung und dient dazu potentielle Mitverschwörer zu testen.
Dieser Zirkel beschäftigt sich unter anderem mit Dämonenbeschwörung, wobei Harun al Matassa den Magier gibt. Mehr als ein Heshtot und zwei niedere Diener dieses Belaklallatusch waren bisher dabei jedoch nicht herausgekommen.
Auch scheint es eine indirekte Kommunikation mit Borbarad zu geben. Jedenfalls kommen Anweisungen von ihm bei al Matassa an.
Beim letzten Treffen wurde verkündet, dass der Zirkel als erstes großes Ziel die Aufgabe habe, niemand geringeren als Thomeg Atherion zu töten!

Na das schlug bei meinen Kollegen ein!

Wir überlegten wie wir weiter vorgehen wollten. Atherion warnen? Was hatten wir schon – das Deliriengebrabbel einer Süchtigen! Auch schien es noch keine weiter fortgeschritteneren Pläne zu geben.

Schließlich verständigten wir uns darauf, das sowohl Herr Gertenwald als auch Ilmin versuchen sollten, bei den Söhnen des Buches aufgenommen zu werden.

Durin sollte weiterhin Torwächter bei al Matassa bleiben und ev. Thorus mit reinholen.

Llevandor sollte wieder als Falke den täglichen Geschäften al Matassas folgen, soweit möglich.

Ich wollte auf den Umweg über die Drogen und Alchimistika mit denen er handelte an al Matassa heran zu kommen.

Wir brauchten Beweise! Vielleicht wäre es auch gut diesen Schurken bei dem Versuch zu erwischen Sulman al’ Venish zu töten! Dieser hatte sich in den letzten Wochen näher mit Thorus befreundet. Die beiden spielten mindestens zweimal die Woche miteinander. Thorus war sogar schon einmal zu einer Privatrunde eingeladen gewesen – sagte aber klugerweise mangels Masse ab.

Herr Gertenwald wollte trotz diesem eklatanten Mangel an überzeugenden Argumenten versuchen, eine Audienz bei seiner Spektabilität Thomeg Atherion zu erhalten um ihn zu warnen. „Und sei es nur dass hinterher niemand sagen kann, wir hätten nicht alles versucht!“ meinte er.

Wir wollten unsere bisherige Einteilung beibehalten. Ilmin die Intelligenzija dieser Stadt. Durin als nächster Posten an al Matassa. Thorus sollte versuchen über Sulman an den Zirkel heran zu kommen. Llevandor wollte noch ein zwei Lokalitäten die von al Matassa und / oder von Gisholm mehrfach besucht worden waren genauer unter die Lupe nehmen.

Mir fiel es zu, weiterhin zu versuchen über meine ortsansässigen Verbindungen voran zu kommen.

Kurz gesagt – Herr Gertenwald kam natürlich nicht an ihre Spektabilität heran.
Thorus verbrachte immer mehr Zeit mit al’ Venish und sprach voller Begeisterung von seinem Wissen und seinem Verständnis.
Durin gelang es, den Platz des Gruppenführers in al Matassa’s Palastwache zu erhalten da sein Vorgänger plötzlich an einer unbekannten Krankheit litt.

-    Ahhh, da fällt mir ein, ich bräuchte wieder einige äää Betriebsmittel. Hier eine Liste. Dein Glas ist ja schon wieder leer! Hier. Prost!-


Llevandor fand tatsächlich heraus, dass in einem außerhalb Fasars liegendem Gutshof, eher eine Ansammlung herunter gekommener Scheunen, Sklaven „zwischengelagert“ wurden. Er wollte sofort losstürmen und diese armen Menschen befreien. Gertenwald konnte ihn noch überzeugen, damit zu warten bis wir den Ring dieser Buchsöhne ausgehoben hatten.

Ilmin freundete sich näher, ich denke sogar intim, mit einem gewissen el Kibib an. Dieser hübsch anzusehende Junge hatte wohl einen Bruder, der bei al Matassa ein- und ausging.
Und tatsächlich gelang es Ilmin eine Einladung zu diesem Erhabenen zu ergattern.
Als er morgens zurückkehrte, brauchten wir die tatkräftige Hilfe unserer Magi und ein oder zwei meiner Mittelchen, um ihn aus den Himmeln in denen er schwebte wieder auf Sumus Leib zu holen.
Soweit er sich erinnern konnte war die Rede davon, dass al Matassa eine Art Labor im Viertel der Abdecker, Kürschner und Färber hatte.

Ich also los und dort rumgeschnüffelt. Ha! Das wer was für Freund Grünhaar gewesen! Den hätte es da glatt umgehauen!
Nach ein paar Tagen gelang es mir tatsächlich, das Labor ausfindig zu machen.
Gertenwald, Ilmin und ich brauchten fünf Tage und Nächte dieses doch recht ansehnliche Gebäude einigermaßen auszukundschaften.

Dann ging alles sehr schnell – und den Bach runter!

Ich war auf dem Weg aus diesem Viertel zum „Staubigen Zwerg“, als ich merkte, dass mich zwei Gestalten verfolgten.
Ich also um zwei Ecken und in eine dieser, na sagen wir, weniger als noblen Kaschemmen. Dort direkt an die Bar und zwischen zwei grobschlächtige Typen gequetscht als ob ich dazu gehören tät. Schnell ein Bier bestellt und dran genippt. Da ging auch schon die Tür auf. Ein Blick über die Schulter überzeugte mich, dass es tatsächlich meine zwei Schatten waren.
Der Typ rechts von mir schien schon ziemlich angetrunken. Ich also: „Ich war das nicht! Die waren’s! „ Und über die Schulter gedeutet. „Was?!“, kam’s von meinem neuen Freund. „Ich hab’ das nie gesagt! Die waren’s!“ „Wasch geschagt?“ „Dass Du ein verlauster Hurensohn von einem Bidenhoker gesäugt wurdest!“ DAS erzeugte seine Aufmerksamkeit und er griff mich an meiner Tunika! „Nich’ ich – die Zwei waren’s!“ auf meine Schatten zeigend. Mit einem Aufschrei rasender Wut stürzte er sich auf die zwei während ich mich wieder meinem Bier zuwandte.

Mit einem „Sowas duld ich hier nich!“ flankte plötzlich der Wirt über die Theke, einen schweren Knüppel in der Hand! Hätte ich diesem schwerfällig wirkenden Kerl gar nicht zu getraut!
 „Du solltest mal hören was die über Deine Mutter gesagt haben!“ murmelte ich nach links. Von dort kam nur ein trockenes Lachen und „Wenn ich Dir die zwei einen Moment vom Leib halten soll, kostet Dich das drei Dukaten, mein Freund.“ Ein Blick zur Seite überzeugte mich das ich hier einen Schläger vor mir hatte, der schon einiges an Erfahrung mitbrachte. „Und zehn Minuten?“ fragte ich. „Acht Dukaten!“ Schnell legte ich die acht Dukaten auf den Tresen. Mit einem Wischer hatte er die acht eingesteckt, einen hässlich aussehenden Dolch in der Hand und stürzte sich ins Getümmel.

Mir am Wirt ein Beispiel nehmend, flankte ich über den Ausschank und durch die Tür in die Küche. Dort gab es zum Glück eine Tür in den Hof. Vorbei an einer verblüfften Vettel in den Hof und dort zum Tor. Schnell den Riegel zur Seite und durch einen Spalt geschoben! Das Letzte was ich sah, war eine riesige Faust!

Das Erste was ich wahrnahm, war pochender Schmerz in meinem Schädel. Dann dass es Dunkel war und nach alten Tüften roch. Schnell merkte ich, dass ich auf einen Stuhl gebunden war und einen alten Sack über dem Kopf hatte.
Ich versuchte so still wie möglich zu sitzen und weiter tief und gleichmäßig zu Atmen. Das verschaffte mir tatsächlich Zeit, dass ich mich sammeln konnte und mehrere Dinge fest zu stellen. Es waren den Geräuschen nach mindestens drei Personen anwesend. Außerdem hatte ich einen leicht säuerlichen Geschmack im Mund den ich nicht gleich zuordnen konnte.
Plötzlich eine Stimme: “Bist Du wach?“ – „JA“ he, ich hatte doch gar nichts sagen wollen?!
„Schön. Ich werde Dir ein paar Fragen stellen – und Du wirst mir antworten. Nicht wahr? Das tust Du doch für mich alten Freund?“ – „Klar frag ruhig“ verdammt! Jetzt dämmerte es mir! Kein Wunder fühlte mich so elend und benommen! Die hatten mir Drogen eingeflößt, während ich noch bewusstlos gewesen war! Jetzt wusste ich auch, was das auf meiner Zunge war – Silberzünglein! Ein in gewissen Kreisen recht beliebtes Mittelchen um Unwilligen die Zunge zu lösen, ohne sich mit Folter und Drohungen abgeben zu müssen. Das Mittel hat den Vorteil, dass man sich sicher sein konnte, dass man die Wahrheit zu hören bekam und der Delinquent bei einigermaßen klarem Verstand blieb – nur sündhaft teuer das Zeug! Soweit ich weiß, kostet eine Dosis 60 Dukaten und mehr! Hier schien jemand sehr großen Wert auf Informationen zu legen!
Was tun? Lügen konnte ich nicht. Schweigen auch nicht. Hmm, durchmogeln so gut es ging.
„Dein Name?“ „Stark“ „Ich will nicht wissen was Du bist oder wie du dich fühlst! Dein Name?“ „Stark....hnnTyrion Stark“ „ahhh, ein kleines Schlaule haben wir hier! Bron, zeig ihm mal kurz, was wir davon halten“
Plötzlich bekam ich einen Hieb an den Kopf, dass mir die Ohren klingelten und ich mir auf die Zunge biss! Bei Kor – hatte der mit einem Vorschlaghammer zugeschlagen?
„So noch einmal – Dein Name?“ „t-tyr-tyrion Stark“ – „Schön geht doch. Für wen arbeitest Du?“ – „Für meinen Herrn.“ – und Zack! wider eine an den Schädel! – Aber....der Schmerz half! Ich hatte vermeiden können, die KGIA zu nennen! – Naja, es war ein langer, mühsamer Abend! Schlussendlich plapperte ich doch alles mögliche aus. Das ich nicht alleine war. Dass wir hinter al Matassa und seinen Borbaradianern her waren. Für wenn ich arbeitete – fast alles! Zum Glück war er nicht an mir persönlich interessiert. Viel mehr schien er sich insbesondere für diesen Rondrageweihten, den Baron Armida und seinen Freund ibn Abdul, Salix und die anderen zu interessieren. Was die wüssten. Wo man sie finden könnte. Was ihre Fähigkeiten wären. Ob sie der Krone nahe stünden, usw.

Zwischendurch verplapperte sich einer der Drei, ein Schreiber scheint’s, da aus seiner Richtung öfter das Kratzen einer Feder auf Pergament zu hören war. Er nannte den Fragesteller „Herr al’ Vanish“. Das gefiel diesem gar nicht!
Na toll! Erst halten wir den Kerl für den Mörder, dann für das potentielle Opfer, Kollege Thorus freundet sich mit dem an, und jetzt stellt sich raus das es doch einer der finsteren Typen ist!

-    Ja guck – nur noch ein halbes Fläschchen übrig! Wohlsein!-

Zum Schluss wurde ich ignoriert, während die Drei zusammenpackten. Sulman drängte zur eile da al Matassa nicht gerne warte.
Dann hörte ich aus Richtung al’ Venish’s ein klirren wie von zerspringendem Glas. „Ups, wie ungeschickt von mir! Naja, die Hütte ist eh nicht viel Wert. Freund Tyrion, Du erlaubst, dass wir uns verabschieden? Es hat mich wirklich gefreut mich mit Dir unterhalten zu könne. Leider muss ich nun gehen – Verpflichtungen Du verstehst?“ Und mit einem fröhlichen Lachen verließen er und seine Kumpane das Zimmer. Ich konnte hören wie sie von draußen den Riegel vorschoben.
Plötzlich wehte mich eine Welle warmer Luft an. Bei den Zwölfen! Dieser Mistkerl hatte die Bude angezündet!
Jetzt aber hurtig! Die Riemen zerreisen war nicht – hatte ich schon probiert. Also fing ich das schaukeln an und ließ mich hinten über kippen. Dabei zerbrach der Schemel. Somit kam ich an meine Stiefel – verdammt. Sie hatten den Dolch genommen! Schnell in den Hosenbund gefühlt. Ja! PHEx sei dank! Das Federmesserchen im Bund war noch da.
Es dauerte ewig bis ich damit erst meine Fußfesseln, dann auch die an meinen Händen durch hatte. Inzwischen konnte ich die Hitze des Feuers schon schmerzhaft spüren. Den Sack vom Kopf gerissen und umgeblickt. Mann war mir schlecht. Die Hitze, die Drogen und die zärtlichen Klapse dieses Schmiedehammers hatten nicht zu meinem Wohlbefinden beigetragen!

Ein Blick in die Runde. Die Tür war verriegelt und stabil. Die Wände – mit viel Mühe ev. zu durchbrechen – aber dazu blieb mir bei der Hitze und dem Rauch keine Zeit! Hinter dem kokelnden Tisch war ein Fensterladen. Dazu musste ich aber durch die Flammen!
PHEx, HESinde und BORon seit gnädig bis zur Tür zurück gewichen, Anlauf und über den Tisch gehechtet – die Fäuste voraus.
Tatsächlich gaben die Läden sofort nach und ich war draußen! Im Ersten Stock. Mir gelang noch eine halbwegs anständige Rolle bevor ich am Boden aufschlug, was mir die Luft aus den Lungen trieb.
Nach oben blickend sah ich Flammen aus dem Fenster schlagen - und zwei Schatten auf mich zukommen. Verdammt – herum und in Abwehrhaltung aufgesprungen! Schon schmiss mich wieder etwas zu Boden – und begann mir das Gesicht ab zu lecken! Byron!

„Da ist ja unser Giftmischer!“ polterte eine tiefe Stimme – Durin! An seiner Seite waren Thorus und Ilmin.

Nun, was war geschehen.

Ilmin hatte es geschafft, vom Bruder seines Freundes zu einem Essen zu al Matassa mitgenommen zu werden. Nach dem Essen wurden die hier üblichen Erfrischungen und Schischas gereicht. Ihm war aufgefallen, dass der Gastgeber, sowie sein Vertrauter Urdo von Gisholm und zwei weitere Gäste die Wasserpfeife nur weiterreichten ohne daran gezogen zu haben. Ebenso mieden sie den köstlichen Fasarer Roten der gereicht wurde.
Tja, ein gewisses schauspielerisches Talent kann man ihm nicht abstreiten. So konnte er bald, dem Beispiel der anderen folgend, sich zurücklehnen und dümmlich lächelnd den berauschten spielen.
Sobald alle weggetreten waren, sprachen die vier Söhne des Buches freier miteinander.
Heute Abend schien ein Treffen des gesamten Zirkels anzustehen. Man wolle „die erste große Aufgabe die der Erhabene Tharsonius uns gestellte hat“ in Angriff nehmen und so einem gewissen Murak di Zeforika in Al’Anfa den Rang ablaufen…
Zu diesem Behufe wollte al Matassa einen Dämon beschwören, der ihnen Zugang zur Akademie verschaffen sollte. Auch sollte er in der Akademie solange für Unruhe sorgen bis Atherion ausgeschaltet war.

Als die Verschwörer den Raum verließen, schlich Ilmin hinterher. Beim Verlassen des Turmes kamen sie auch an der Wachstube vorbei – wo alle Wachen schnarchend mit dem Kopf auf dem Tisch lagen. Einschließlich Durin!
Ilmin schlich zu ihm und sprach ihn an. Der blinzelte erst mit einem Auge und polterte dann wohl auch etwas von „wird auch Zeit! Schnell hinterher.“ Und auf nachfragen: „Pshwa – Bier! Vergiftet. Das merkt doch jeder Zwerg!“

Vor dem Tor wartete schon Herr Gertenwald mit Llevandor, welcher den unruhigen Byron dabei hatte. Man hatte sich schlussendlich doch Sorgen um mich gemacht, da ich schon seit dem Mittag hätte zurück sein sollen.

Nach kurzer Beratung beschloss Herr Gertenwald, dass er den Verdächtigen folgen wollte, während die anderen mit Byron zurück zu unserer Herberge eilen sollten, um von dort aus meine Spur auf zu nehmen und Thorus einzusammeln.

Im „staubigen Zwergen“ angekommen, fanden sie Thorus vor. Dieser erzählte jedem der nicht schnell genug ausweichen konnte, mit glänzenden Augen was für ein toller Kerl doch dieser Sulman al’ Venish sei!

Das machte Ilmin und Llevandor dann doch endlich misstrauisch! Sie nahmen ihn mit auf’s Zimmer, wo Ilmin den Thorus magisch untersuche. Yepp – verzaubert. Und seinen Augen nach auch noch voll mit Drogen. Ein kleiner Test brachte das ganze Problem ans Licht. Durin wagte es, Sulman einen schleimigen Hurensohn zu nennen! Sofort ging Thorus geifernd auf Durin los!
Schnell hatten meine drei Kollegen ihn niedergerungen. Ilmin erinnerte sich, dass sich in einer meiner Taschen allerlei Mittelchen befanden. Auch erinnerte er sich, dass ich einmal etwas von einem Antidot erwähnt hatte. Das bekam Thorus verabreicht. Recht schnell war diese rasende Wut, die ihn dazu brachte alle anzugreifen, die gegen Sulman al’ Vanish sprachen, verflogen. Zwar hielt er ihn immer noch für einen recht sympathischen Kerl – aber sei’s drum. Ilmin meinte, jetzt wäre nicht genug Zeit das Problem zu lösen.

Sie schnappten sich ihre Waffen. Llevandor dachte sogar daran, meine Sachen mit zu nehmen, war ich doch verkleidet losgezogen und er vermutete dass wir heute wohl noch jede Klinge brauchen würden.

Sie zogen dann zum letzten Ort von dem sie wussten wo ich gewesen war. Unser Beobachtungsposten nehe al Matassa’s Labor.
Dort nahm Byron wohl meine Witterung auf. Bis zu dieser kleinen Kneipe. Dort erfuhren sie auch schnell, was da gegen Mittag so los gewesen war. Am Hintertor schien Byron meine Spur nicht wieder aufnehmen zu können. Jedoch gelang es Llevandor an einer feuchten Stelle einen extrem tiefen Fußabdruck aus zu machen. Schnell schlossen meine Kollegen folgerichtig was geschehen war, und das dieser Abdruck wohl von jemand stamme der mich getragen haben musste.

Natürlich fiel es Llevandor nicht leicht dieser Spur in dieser übervölkerten Stadt zu folgen. Aber durch die ungewöhnliche Größe des Abdruckes, und da Fasar nie wirklich schlief und genug Leute für ein paar Münzen gerne ihr Wissen teilten, gelang es ihnen bis zu dieser Hütte im Armenviertel zu kommen.

Eben als sie ankamen verließen drei vermummte Gestalten die Hütte. Kurzentschlossen drückte Llevandor Thorus mein Bündel in die Hand und folgte den Drei, versprechend Wegzeichen zu hinterlassen.

Dort vor der Hütte hatten Thorus, Durin und Ilmin gestanden und beraten, als sie Rauch rochen und hatten eben beschlossen in die Hütte einzudringen, als ich herausgesprungen kam.

Wir verzogen uns eiligst, da die ersten neugierigen Gesichter auftauchten.
Glaub mir – Du willst alles – nur nicht in einer Gegend wie dem Armenviertel Fasars, wo alles aus Holz, Stroh und Lehm zusammengezimmert ist, mit einem Feuer in Verbindung gebracht werden! Hinter uns brachen „Feuer! Feuer!“ – Rufe aus.

Schnell die Richtung einschlagend die Llevandor genommen hatte, fanden wir auch bald sein erstes Zeichen. Sehr viel schien er nicht von unseren Fähigkeiten im Spuren lesen zu halten. Diese subtilen schrittgroßen Pfeile an Wänden und auf dem Weg hätte selbst ein Blinder folgen können!

Bald wurde mir klar, wohin es ging – zu al Matassas Labor. In dessen Nähe angekommen, schlichen wir vorsichtig weiter. Und  klar. An unserem Beobachtungsposten fanden wir dann auch Llevandor – zusammen mit Herrn Gertenwald!
Diesen Standort hätte Llevandor nun wirklich nicht auch noch mit einem großen Pfeil kennzeichnen müssen!

Die beiden berichteten, dass seit Gertenwalds Hiersein, sieben Leute das Haus betreten hatten.
Nachdem ich in aller Eile berichtet hatte, was geschehen war, war uns auch allen klar, dass wir heute – jetzt! – dieses Schlangennest auszuheben hatten.

Getreu der Erfahrung dass kein Schlachtplan den ersten Feindkontakt überlebt, einigten wir uns auf einige Grundregeln. Fernkämpfer und Magier solange wie möglich in der zweiten Reihe. Magier blenden was das Zeug hält oder versuchen al Matassa vom Dämonen beschwören und al’ Venish vom Zaubern abzuhalten. Ansonsten gegenseitig Deckung geben, keine Alleingänge, keine Heldentaten! Byron befahl ich hier zu bleiben. Ihn mit hinein zu nehmen erschien mir zu gefährlich.

Kurz gesagt – wir verschafften uns Zutritt. Wir schlichen durch die Räume, wobei es Llevandor und mir jeweils gelang zwei Wachen lautlos aus zu schalten. Schließlich war uns klar dass die Beschwörerei wohl im Keller statt finden würde.

Alles ging gut – bis in den zweiten Kellerraum – ein ziemlich großes Labor. Erstklassige Ausstattung übrigens. Da schafften es gleich beide unsere Schleichexperten Durin und Thorus praktisch simultan je einen Labortisch ab zu räumen.
Na toll! Soviel zur Überraschung!
Die kam dann auch – durch die nächste Tür.
Seit ich diese Gestalt gesehen habe, bin ich überzeugt das Riesen und Menschen Kinder haben können! Wie kann ein einzelner Mann so groß und breit werden? Jetzt war mir auch klar wessen Faust ich da gesehen hatte! Dieser abgebrochene Oger zeigte auf mich – und fing das Grinsen an! Mir mit der linken winkend, klatschte er sich mit der rechten Hand zweimal an den Hinterkopf, gerade so als wolle er mir sagen „Komm her Bursche, ich hab noch ein paar für Dich.“

Als er endlich die Tür freigab, sprangen zwei weitere Gestalten hervor.
Um es kurz zu machen – es war hart. Hart und blutig! Der Riese gab die ganze Zeit keinen laut von sich, während die beiden anderen nur unartikulierte Laute ausstießen. Ob Du’s glaubst oder nicht, den zweien trat tatsächlich der Schaum vor den Mund! Sie schienen weder Schmerzen zu verspüren, noch zu ermüden. Ihre Reflexe waren unglaublich schnell – und die Wucht mit der sie ihre Khunchomer bedienten! Ich gehe davon aus, dass wir das ausgesprochene Glück hatten, hier die bis oben hin mit Drogen und Magie voll gepumpten Schergen vor uns zu haben, die später Thomeg Atherion hätten töten sollen!

Wir brauchten zu sechst jeden Kniff und jeden Trick um diese Drei im Zaum zu halten und zu bezwingen. Schließlich mussten wir sie regelrecht in Stücke hauen. Die hörten nicht einmal auf, wenn ihnen Gliedmaßen fehlten oder sie waffenlos waren!

- Wenn Du einen detaillierten Bericht von dem Kampf haben willst, frag Thorus oder Durin – die können das besser als ich. Denen macht das Erzählen solcher Kämpfe auch mehr Spaß. –

Bei dem Kampf war natürlich so ziemlich alles in dem Labor zu Bruch gegangen! An zwei Stellen brannte es sogar. Fertig, verwundet und ausgelaugt wie wir waren, sahen wir uns nur an – das waren erst Drei! Die anderen mussten hinter der nächsten Tür sein – beim Dämonenbeschwören!
Schließlich drückte Thorus mit einem „Na dann“ Durin seine Armbrust in die Hand und trat zur Tür. Als Durin fertig war mit Laden, und Llevandor einige seiner Pfeile wieder eingesammelt hatte, öffnete er vorsichtig die Tür.
Dort ging es eine weitere Treppe nach unten. In einem kleinen Raum angekommen, sahen wir uns einer weiteren Tür gegenüber. Der Raum war leer, bis auf einen kleinen Tisch auf dem wir neben einem Krug Wein mehrere leere Phiolen fanden. Unsere Drei Spielgefährten mussten sich wohl schnell alles Mögliche eingeworfen haben, als sie uns oben hörten.

Ich lauschte an der Tür – nichts – außer einem dumpfen Gemurmel. Wieder brachten wir uns in Stellung, dann drückte ich vorsichtig, kniend damit die anderen über mich hinweg schießen konnten, die Tür auf. Sie war dick und schwer.

Dahinter erblickten wir einen Raum der die gesamte Länge und Breite des Hauses einnahm. Der Boden lag nochmals anderthalb bis zwei Schritt tiefer, so dass sich hier ein recht hoher Raum ergab.

In der Mitte des Raumes war ein großes Pentagramm gezeichnet. Mit schwarzen und roten Kerzen und allerlei glühenden Symbolen und alles was dazu gehört. Ich glaube den Teil bekommt ihr detailliert von Ilmin und Herrn Gertenwald.

Vor bzw. um das Pentagramm verteilt standen al’ Venish, von Gisholm, zwei weitere mir unbekannten Männer und al Matassa. Dieser war eben dabei, eine große Schale mit Blut unter beständigem Gemurmel in die Rinnen zu entleeren die das Pentagramm bildeten. Hinter ihm auf einem großen Tisch lagen die zwei „Spenderinnen“ dieses Blutes – mit durchschnittener Kehle! Seltsamerweise schienen sie zu lächeln. Eine von ihnen erkannte ich – das war meine kleine Träumerin aus der Rauschkrauthöhle!

Eben hob einer der mir unbekannten Männer mit offenem Mund den Arm um auf uns zu zeigen, als ein Pfeil über meinen Kopf hinweg flog, dicht gefolgt von Durins Armbrustbolzen, der fast mein rechtes Ohr mitnahm.

Die beiden hätten sich kurz abstimmen sollen – so schlugen beide Geschosse fast gleichzeitig in al Matassa ein. Was diesen aus seiner gebeugten Haltung riss und gegen den Tisch warf. Dort schmiss er natürlich gleich eine ganze Reihe von Öllampen und Kerzen um!

Thorus, Durin und ich stürmten die paar Stufen hinunter, während Llevandor Pfeil auf Pfeil fliegen ließ. Sofort fand ich mich al’ Venish gegenüber der mir freundlich lächelnd mit seinem Rapier einen Gruß entbot. Er schien nicht mal überrascht, mich hier zu sehen.
Sofort entspann sich zwischen uns ein wilder Kampf.
Gleich nach der ersten Kombination war mir klar, dass ich hier einen Meisterfechter vor mir hatte! Das würde nicht schnell entschieden sein. Hieb, Ausfall, Parade, Reposte – es gab nur noch uns beide! Hier würde der verlieren, der als erster einen Fehler machte oder zuerst müde wurde! Wieder ein blitzschneller Hiebwechsel.

Plötzlich rief Sulman: „Freund Thorus! So hilf doch Deinem guten Freund!“ Aus den Augenwinkeln bemerkte ich eine Bewegung. Statt, wie von meinem Gegner erwartet, zu Seite auszuweichen, ließ ich mich auf meine linke Hand fallen und stieß das Schwert nach oben. Ja! Al’ Venish hatte erwartet, dass ich seitlich ausweichen würde. Hätte ich dies getan, wäre ich direkt in seinen tödlichen Stoß gelaufen! So erwischte ich ihn mit weit vorgestrecktem Arm und Oberkörper! Aber, ihr Götter war dieser Mann schnell! Statt sich auf meinem Schwert aufzuspießen, warf er sich in einer halben Rolle nach rechts herum und musste so nur einen relativ leichten Schnitt quer über den Leib hin nehmen. Was ihm zu meiner Freude ein schmerzliches Grunzen entlockte!

Da krachte auch schon Thorus in mich hinein. Kurz wälzten wir uns über den Boden. Dabei konnte ich wieder dieses fröhliche Lachen al’ Venish’s hören, das sich Richtung Rückwand entfernte.

Ein Blick in die Runde zeigte mir  folgendes.

Als erstes den erstaunt-verwirrten Blick Thorus’. Der schien gar nicht zu begreifen, was er da eigentlich gerade getan hatte!

Neben uns war Durin eben dabei, Urdo von Gisholm mit einem wütenden Schrei und einem beidhändig geführten Hieb den Unterleib auf zu reißen.

Ilmin und Herr Gertenwald schlugen mit Stab und Degen auf einen der Kämpfer ein – auch dieser hatte Schaum vor dem Mund war durch Verwundung oder Schmerz nicht zu beeindrucken.

Der zweite torkelte blind durch den Raum. Wild mit dem Brabakbengel um sich schlagend. Ein Pfeil Llevandors hatte ihn seitlich am Kopf getroffen und genau auf Augenhöhe durchbohrt!

Ich winkte Thorus zu diesem, während ich zu Llevandor humpelte, der mit seinem Dolch al Matassa bearbeitete. Dieser blutete zwar, doch wehrte er mit einem mit magischen Symbolen verziertem Degen die Angriffe ab.
Meine Aufforderung sich zu ergeben beantwortete er mit einem höhnischen Lachen und einem „HÖLLENP-!„ Der kurze Augenblick Ablenkung hatte Llevandor genügt, seinen Degen zu unterlaufen und al Matassa mit dem Dolch das Herz zu durchbohren.

Auch die anderen beiden waren schnell ausgelöscht. Wie Ilmin mir erzählte, hatten beide irgendetwas in den Mund geschoben als wir den Raum gestürmt hatten.

Meinen fragenden Blick auf den Geblendeten beantwortete Llevandor mit „Er hat sich genau in den Pfeil hineingedreht der eigentlich für den Magier da war!“

Eben holten wir einen Moment Luft – wobei auch das schwer fiel, da inzwischen nicht nur der Tisch mit den beiden Frauenleichen in Flammen stand, sondern auch ein Regal mit diversen Flaschen, Tiegeln, Phiolen und Päckchen – als über uns ein ohrenbetäubendes Donnergetöse anhub. Gerade so als würde die Leuin selbst ihre Wut über uns austoben!

Staub und Steinbrocken rieselten auf uns herab. Mich nach einem Ausweg umblickend, blieb mein Blick an dem brennenden Regal haften Dieses blaugrüne flackern an einem der Pakete kannte ich doch!

Mit voller Stimmkraft brüllte ich „Raus hier! Hylailer Feuer!“ – und stürmte in die Richtung, in der ich Sulman al’ Venish hatte verschwinden hören.
Doch da war nur Wand! Sofort begannen alle zu suchen. Hier MUSSTE eine Tür sein.
Natürlich war es unser Zwerg der den falschen Stein in Bodennähe entdeckte! Die Blende herausreisen und den Mechanismus betätigen war für ihn eins!
Vor uns schob sich ein schmaler Streifen Wand zur Seite. So schnell es uns möglich war, drängten wir diesen Gang nach oben. Eben hatte Herr Gertenwald als erster das Ende erreicht, als es hinter uns zu rumpeln begann! Über die Schulter blickend sah ich eine Wolke orangeroten Feuers auf uns zu schießen. Hals über Kopf stürzten wir nach vorne. Ilmin, der letzte in der Reihe, wurde von der Flammenwolke regelrecht herausgeschleudert!

Wir waren an einem Pförtnerhäuschen am anderen Ende des Gartens heraus gekommen. Hinter uns stand das Labor mit sämtlichen Unterlagen und Hinweisen in hellen Flammen. Teilweise war es bereits eingestürzt und noch immer fanden in diesem Inferno Explosionen statt!

Verdammt! Wieder waren alle Hin- und Beweise in Flammen aufgegangen. Alle Verdächtigen tot. Nur Sulman al’ Venish, der meiner Meinung nach der Gefährlichste im ganzen Zirkel gewesen war, war uns entkommen! Ich bin überzeugt, dass wir nicht das Letzte mal von diesem Mann gehört haben.

Nun ja. Das war’s so ziemlich. Wir haben uns dann davon gemacht. Im „Staubigen Zwerg“ haben wir dann so zu sagen unsere Wunden geleckt.

Herr Travin Gertenwald ist dann recht bald wieder aufgebrochen. Er wollte wohl persönlich dem Baron Bericht erstatten.

Wir hatten beschlossen dem einzigen weiteren Hinweis zu folgen - Murak di Zeforika in Al’Anfa!

-    So mein Gutester. Der Wein ist leer, der Bericht zu Ende. Nein versuch nicht zu sprechen – kommt sowieso nur Gestammel bei raus. Morgen früh solltest Du dieses Pulver hier in Wasser gelöst nehmen. Das Hilft! Schlaf gut! –